Ayurveda - altindische Medizin

Ayurveda in Deutschland - nur Wellness aus Indien oder mehr?

Der Ayurveda macht sich seit geraumer Zeit auch in Deutschland einen beliebten Namen. In der Regel kommt man erstmals in Beautyfarmen oder in Spa Hotels mit den sanften Anwendungen in Berührung. Gerade im Zuge des Wellness-Booms haben sich die Schönheitsanwendungen aus Indien, die keine Nebenwirkungen zu haben scheinen, hierzulande bewährt. So sind Massagen wie die Abhyanga, der Stirnölguss oder die Garshan Massage mit Seidenhandschuhen sehr beliebt. Für die typischen Problemchen wie Cellulite, trockene Haut oder Durchblutungsstörungen gibt es auch Anwendungen wie die heißen Zitronenwickel oder die wohltuenden Kräuterölmassagen. Gerade letztere haben die Ölmassage im Allgemeinen in Deutschland stark geprägt. Die reichen Mengen an warmem Öl und die außergewöhnlichen Düfte versprechen ein echtes Wellness-Erlebnis. Leider wurde der Ayurveda von vielen Anbietern in Deutschland und ganz Europa als etwas völlig Simples und Harmloses dargestellt. Kaum jemand weiß, dass es sich dabei um ein umfassendes Medizinsystem handelt. Die so genannten "Wellness-Anwendungen" sind nur kleiner und durchaus angenehmer Bestandteil einer ganz anderen Auffassung von Gesundheit und Behandlung.

Nur Massagen oder auch mehr?

Die Medien berichten viel über wohltuende Ayurveda-Kuren in Sri Lanka oder günstige Ausbildungsmöglichkeiten für Ayurveda-Massagen. Zwar steigt in Deutschland das Interesse an dieser sanften Medizin, offenbar jedoch auch große Unwissenheit in der Bevölkerung. Typisch für Ayurveda ist die Betrachtung des Menschen als Ganzes. Der Körper wird mit all seinen Krankheiten und Beschwerden als ein zusammenhängendes Wesen angesehen. Eine Anwendung wird gründlich auf den Körper abgestimmt. Behandelt wird jedoch nicht nur mit Massagen, sondern auch mit Kräuteranwendungen, Verhaltensempfehlungen und Diäten. Wie bei einem ganzheitlichen Mediziner, macht auch der Ayurveda-Arzt zuvor eine gründliche Anamnese, um die jeweilige Behandlung bestimmen zu können. In Deutschland sind jedoch nur die einzelnen Anwendungen bekannt. Es gibt bisher sehr wenige Ärzte, die das gesamte Spektrum des Ayurveda beherrschen und tatsächlich Krankheiten behandeln können. Alles andere spielt sich lediglich im Wellness-Bereich ab. Es wird wahrscheinlich noch einige Zeit dauern bis das Wissen, das Verständnis und die Wertschätzung dieser Heilkunst in unser Bewusstsein aufgenommen wurde.

Von Körpersäften bis Esoterik

Vata, Pitta und Kapha ? Viele haben davon schon gehört, doch nur die wenigsten wissen, was es wirklich damit auf sich hat. Wenn von "Körpersäften" und "Lebensenergien" gesprochen wird, klingt das für viele nach Esoterik oder unglaubwürdiger Alternativmedizin. Diese Meinung über Ayurweda liegt nicht nur an unserem Medizinverständnis, sondern auch unserer Gesellschaft und Weltanschauung. In Indien und Sri Lanka hat sich das traditionelle Gesundheitssystem bis heute bewährt. Ayurveda-Ärzte versuchen die Menschen noch immer ganzheitlich mit natürlichen Mittel zu heilen. Die teilweise spirituellen Ansichten beruhen jedoch auf Jahrhunderte lange Erfahrungen und guter Wirksamkeit. Schließlich ist der menschliche Körper ein sehr sensibles Gebilde, welches durchaus auf äußere Einflüsse reagiert. Alles was wir aufnehmen oder einnehmen beeinflusst die inneren Abläufe. Um Heilungsprozesse einzuleiten bedarf es nicht immer künstlichen Medikamenten. Der Ayurveda wirkt, weil er die Erkrankungen von seiner Wurzel behandelt, während westliche Medizin häufig nur die Symptome bekämpft.

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