Ayurveda - altindische Medizin

Tinnitus mit Ayurveda behandeln

Nach der Lesart ayurvedisch geschulter Betrachter stellt der Tinnitus einer Krankheit dar, die primär durch eine Störung des Wasserlementes ("prana vayu") im menschlichen Organismus bedingt ist. Durch prana vayu werden überdies einige höchst bedeutsame Hirnfunktionen reguliert und gesteuert, darunter das Einatmen sowie der Mechanismus des Schluckens. Aufgrund dieser herausgehobenen Bedeutung des Wasserelementes geht die Schule des Ayurveda davon aus, dass ein unbehandelter Tinnitus nicht "nur" eine äußerst lästige Erscheinung bleiben muss, sondern sich sogar verschlimmern bzw. in anderen Beschwerden manifestieren kann. Eine gesteigerte Nervosität bis hin zu Angstschüben und Schlafstörungen sowie Zittern können ebenfalls mit einem gestörten prana vayu korrelieren. Ein Grund mehr, im Arsenal ayurvedischer Mittel nach einer möglichen Abhilfe Ausschau zu halten.

Mittel und Maßnahmen gegen das latente Geräusch im Ohr

Ein empfohlenes Mittel stellt die Wasserpflanze Kalmus dar, die im Umkreis ayurvedischer Hilfsmittel oftmals unter den Bezeichnungen "Ghodach", "Vayambhu" oder vor allem auch "Vacha" gehandelt wird. Wie für eine Pflanze, deren Lebensraum mit dem Element des prana vayu unmittelbar in Verbindung steht, kaum verwunderlich, wird dem Vacha insoweit eine ausgleichende und beruhigende Wirkung zugesprochen. Allerdings kann bei unsachgemäßem Gebrauch, etwa infolge einer Überdosierung, Übelkeit bei der behandelten Person auftreten. Um dies zu vermeiden, wird im Ayurveda zumeist eine Gabe des Vacha über die Nase durchgeführt, indem zweimal täglich, jeweils morgens und abends, fünf Tropfen in jedes Nasenloch gegeben werden.

Eine weitere Methode, um das prana vayu wieder ins Lot zu bekommen, liegt in einer Massage der Fußsohlen mit angewärmtem Sesamöl. Insoweit überschneidet sich das Ayurveda an dieser Stelle ein wenig mit den asiatischen Lehren der Fußreflexzonenmassage. Weiterhin kann vor dem Schlafengehen Sesamöl auf die Füße aufgetragen werden, bevor diese zur Vermeidung von Flecken in Socken gehüllt werden.

Damit ist der Anwendungsbereich des Sesamöls bei Tinnitus indes noch nicht erschöpft. Nach ayurvedischer Denkweise ist es ungemein hilfreich, moderat erwärmtes Sesamöl direkt in die Ohren zu geben. Nachdem zehn Tropfen eingeführt worden sind, soll das Öl fünf bis zehn Minuten dort verbleiben, um anschließend das Ohr zu reinigen und den Vorgang auf dem anderen Ohr durchzuführen. Eine deutliche Linderung des Tinnitus erhofft man auf diese Weise schon nach ein bis zwei Wochen herbeizuführen.

Im Übrigen gelten die aufgezeigten Behandlungsmaßnahmen unter Einsatz von Sesamöl auch ganz generell als präventiv wirksame, heilsame Maßnahme zur Gesunderhaltung und zur Vorbeugung diverser Folgeerscheinungen eines aus dem Gleichgewicht geratenen prana vayu.

Sehr ratsam soll zudem sein, den eigenen Lebensstil nach störenden Faktoren zu hinterfragen. Die beiden zentralen Genussgifte in der westlichen Welt, Niktoin und Koffein, werden als Ursachen für ein gestörtes Prana vayu angesehen, das in der Folge mit einem Tinnitus einhergehen kann. Auch ein zu intensiver Konsum von Fernsehen oder Computer wird mit einem diesbezüglichen Ungleichgewicht in Verbindung gebracht. Erst recht abzuraten ist freilich vom Konsum aufputschender illegaler Drogen wie Amphetamine oder Kokain.

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